William Shakespeares Macbeth gehört zu den bekanntesten Theaterstücken der Welt und das zu Recht wie ich finde. Die Tragödie ist auch rund 400 Jahre nach ihrer Entstehung noch immer aktuell. Das Streben nach Macht und das Zerbrechen an den begangenen Sünden sind die Themen, die in Macbeth behandelt werden. Die Geschichte dürfte vielen (zum Beispiel aus dem Schulunterricht) bekannt sein. Ich selbst habe das Drama erst nach der Schulzeit gelesen und war fasziniert von der Geschichte und der schönen Sprache.

Schottland im 11. Jahrhundert. Der siegreiche Heerführer Macbeth ermordet aufgrund einer Prophezeiung – und auf Drängen seiner ehrgeizigen Frau – König Duncan, um selbst König von Schottland zu werden. Auch alle anderen, die sich ihm in den Weg stellen oder seinen Anspruch auf den Thron streitig machen könnten, werden verfolgt und ermordet. Doch schließlich zerbricht Macbeth an den begangenen Taten.

Die Umsetzung des Stoffes unter der Regie von Justin Kurzel würde ich im Großen und Ganzen als eher traditionell beschreiben. Oft lässt sich erkennen, dass es sich hierbei um ein Bühnenstück handelt. Wenn die Figuren frontal in die Kamera schauen oder die Kamera in einer Totalen die gesamte Szenerie einfängt, fühlt man sich ein wenig, als säße man im Theater. Das mag für den ein oder anderen ein Kritikpunkt sein, da das Medium Film einfach andere Möglichkeiten bietet als das Theater und diese hätten genutzt werden können. Doch mir hat diese bühnenhafte Optik gefallen, zumal solche Einstellungen auch nur hin und wieder vorkamen.

Das Spiel mit Farben, Licht und Schatten ist ein weiterer auffälliger Aspekt. Es unterstreicht sowohl die Handlung als auch die Emotionen der Figuren und ist somit, wie ich finde, sehr gelungen. Über den Highlands liegt oft ein weißer Nebel, Menschen sind nur schemenhaft zu erkennen. So begegnet Macbeth den Hexen, die ihm seine Zukunft prophezeien – die letztendlich doch auch im Verborgenen liegt. Neben den Weiß- und Grautönen der nebligen Highlands fallen die in rot-orange eingefärbten Bilder besonders auf. Macbeth, der mordet und stets das Blut vor Augen hat, das an seinen Händen klebt, wird oft in diesem rötlichen Licht gezeigt. So sind die Bilder perfekt auf die Handlung abgestimmt und erzeugen außerdem Atmosphäre.

Mir hat der Film gut gefallen und ich denke, so wird es jedem gehen, der die Geschichte von Macbeth mag. Gesprochen wurden natürlich die (verkürzten) Dialoge aus dem Original und die schauspielerischen Leistungen waren auch mehr als zufriedenstellend. Vor allem Michael Fassbender konnte in der Rolle des Macbeth absolut überzeugen.

 

Originaltitel: Macbeth
Regie: Justin Kurzel
Genre: Drama
Länge: 113
FSK: 12 Jahre
Großbritannien/Frankreich/USA 2015

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