Heute geht es weiter mit dem Blogger-Alphabet. Zum ersten Mal bin ich ein wenig zu spät dran, doch zum letzten Thema möchte ich trotzdem noch gerne etwas schreiben. Und zwar war J wie Journalismus an der Reihe, was nämlich – wie ich finde – ein sehr interessantes Thema ist. Wenn ihr mehr über das Projekt wissen wollt, schaut auf neontrauma.de vorbei. Dort könnt ihr alles dazu nachlesen.

 

Bloggen: Eine Form von Journalismus?

Ich denke, Bloggen kann durchaus eine Form von Journalismus sein. Sehen wir uns doch mal die Aufgaben eines Journalisten an – ich wette, jedem Blogger kommen diese Tätigkeiten verdächtig bekannt vor. Da wäre zum einen die Recherche. Die wenigsten Blogbeiträge kommen wohl ohne diese aus, wenn sie vielleicht auch manchmal sehr gering ausfällt. Schreibe ich beispielsweise über ein Buch oder einen Film, suche ich zumindest die wichtigsten Daten raus und recherchiere eventuell auch Hintergrundinformationen oder sonstiges Wissenswerte zum Thema.

Die ganzen Informationen, Eindrücke und Meinungen müssen dann natürlich verarbeitet werden. Das Formulieren von Texten gehört schließlich sowohl für Journalisten als auch für Blogger zu den zentralen Aufgaben. Ist der Text einmal geschrieben, heißt das aber noch lange nicht, dass er auch fertig ist. Bevor das Geschriebene veröffentlicht werden kann, muss es überarbeitet werden. Tippfehler werden korrigiert, der Text wird sinnvoll strukturiert (etwa mit Absätzen und Überschriften), Sätze oder auch ganze Passagen werden noch einmal neu- oder umgeschrieben. Wenn alles überprüft wurde, kann der Text schließlich veröffentlicht werden.

Zu den Aufgaben eines Journalisten gehören außerdem auch das Planen und Organisieren. Und – wer hätte es gedacht? – das gleiche gilt für Blogger. Es gibt wohl kaum einen Blogger, der ohne diese Tätigkeiten auskommt. Es gilt schließlich zu wissen, wann welcher Beitrag geschrieben und veröffentlicht werden soll, was dafür eventuell benötigt wird und wie die Social-Media-Kanäle genutzt werden sollen. Ob viel geplant und organisiert werden muss, hängt allerdings ganz von der Art des Blogs und dem Wesen des Bloggers ab. Ich zum Beispiel tendiere dazu, sehr viel zu planen und die Pläne anschließend dann doch nicht umzusetzen.

Anhand der Aufgaben lassen sich also definitiv Gemeinsamkeiten feststellen. Allerdings sieht die Art der Umsetzung dann doch meist sehr unterschiedlich aus. An einen Journalisten, der für seine Arbeit bezahlt wird, werden natürlich ganz andere Anforderungen gestellt als an einen Blogger. (Ich gehe hier von Hobby-Bloggern aus, da schließlich nur ein ganz kleiner Teil hauptberuflich als Blogger arbeitet.) Während sich ein Journalist an die Vorgaben und Regeln seines Arbeitgebers halten muss, kann ein Blogger machen, was er will. Es gibt niemanden, der ihm vorschreibt, wie er seinen Blog zu führen hat. Dementsprechend kann ein Blog sehr nachlässig geführt werden – etwa mit schlecht recherchierten Texten und vielen Schreib- und Tippfehlern – oder aber sehr sorgfältig und professionell. Ist Letzteres der Fall, würde ich es als eine Form des Journalismus ansehen.

 

Blogger ≠ Journalist

Es gibt wohl kaum Blogger, die ich als Journalisten bezeichnen würde bzw. die sich selbst als solche bezeichnen. Das liegt daran, dass Journalist nun mal ein Beruf ist, für den man eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren muss. Natürlich gibt es auch Quereinsteiger, – also andere Möglichkeiten Journalist zu werden – doch üblicherweise benötigt man eine entsprechende Ausbildung. Diese finde ich sehr wichtig, denn wie in jedem anderen Beruf, gibt es bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten, die erlernt werden müssen.

Damit haben wir auch schon das nächste Argument: Nicht nur die journalistische Ausbildung ist ausschlaggebend für die Bezeichnung als Journalist, sondern auch die hauptberufliche Anstellung als solcher. Journalist ist ein Beruf, ein Blogger geht (in den meisten Fällen) ’nur‘ seinem Hobby nach. Dementsprechend sollte sich ein Blogger nicht als Journalist bezeichnen, aber auf die Idee würde auch wohl kaum einer kommen ;).

 

Bloggen = Journalismus / Blogger ≠ Journalist?

Sieht auf den ersten Blick widersprüchlich aus – ich weiß. Ist es aber nicht, denn: Bloggen ist eine Art journalistischen Arbeitens (oder kann es zumindest sein), weshalb ein Blogger noch lange kein Journalist ist oder sein muss. Journalist ist ein Beruf, der erlernt und schließlich auch als hauptberufliche Tätigkeit ausgeführt wird. Blogger bedienen sich lediglich einigen Formen des journalistischen Arbeitens, führen ihren Blog aber meist nur als Hobby neben der eigentlichen beruflichen Tätigkeit.

Bei der Recherche herausgefunden: Journalismus kann auf verschiedenen Ebenen definiert werden. Eine bezieht sich auf den Beruf des Journalisten, d. h. Journalismus wird von Journalisten ausgeübt. Ich habe mich bei meinen Betrachtungen auf die gesellschaftliche Ebene (hier nachzulesen) bezogen und mir die Tätigkeiten genauer angeschaut, da diese einen wichtigen Aspekt des Journalismus darstellen.

Wie man an diesem Beitrag (hoffentlich) sieht, lege ich Wert auf sorgfältige Arbeit und erledige (in abgeschwächter Form) all die Aufgaben, die auch ein Journalist zu erledigen hat. Wirkliche journalistische Ansprüche stelle ich an mich und meinen Blog nicht, doch finde ich ein gewisses Maß an Professionalität wichtig. Einen schlecht recherchierten, nicht durchdachten Text mit vielen Tippfehlern wird es auf meinem Blog nie geben.

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