Auch wenn es nun schon ein wenig her ist, möchte ich euch doch noch von meinem Besuch auf der re:publica erzählen. Die wichtigste Konferenz zu Themen der digitalen Gesellschaft fand Anfang Mai in Berlin statt und ich war zum ersten Mal dabei. „Zum ersten Mal“ heißt in diesem Fall, dass ich definitiv wieder an diesem Event teilnehmen werde. Aber beginnen wir mal von vorne:

Die Teilnahme an der re:publica kam für mich durch ein Seminar an der Uni zustande, wovon ich zunächst allerdings alles andere als begeistert war. Für mich hieß das nämlich: eine lange Fahrt nach Berlin, die geplant und organisiert werden will und einiges an Kosten, die nicht eingeplant waren. Als Student ist man ja irgendwie immer knapp bei Kasse… Nachdem ich dann doch alles möglichst günstig organisiert hatte, kam schließlich auch Vorfreude auf, denn die weltgrößte „Bloggerkonferenz“ hatte mich schon ziemlich neugierig gemacht.

republica_STATIONberlin

 

re:publica facts

Bevor es für mich nach Berlin ging, habe ich mich natürlich erst mal ein wenig schlau gemacht. Ich hatte zuvor nämlich nur eine grobe Vorstellung davon, was mich dort erwarten würde und meine vagen Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen.

Auf ganzen 17 Stages wurden drei Tage lang Vorträge gehalten und Diskussionen zu den unterschiedlichsten Themen geführt – alles mit digitalem Bezug. Das Themenspektrum der re:publica ist so breit, dass für jeden interessante Vorträge dabei sind. Von Medien, Musik, Kunst und Kultur über Bildung und Gesundheit bis hin zu Netzpolitik, technologischen Innovationen und anderen Themen der digitalen Gesellschaft wird nichts ausgelassen. Mein Problem war es daher, eine Auswahl zu treffen. Ich musste mich oft zwischen zwei oder sogar mehr Vorträgen entscheiden, die zeitgleich stattfanden (siehe #Zeitumkehrer). Dass die meisten Sessions allerdings auch gefilmt und im Laufe des Monats online gestellt wurden, machte es jedoch weniger schlimm.

Die erste re:publica fand im Jahr 2007 statt, so dass dieses Mal schon zehnjähriges Jubiläum gefeiert werden konnte – daher auch das einfache Motto TEN. Waren es auf der ersten Konferenz „nur“ 700 Teilnehmer, so ist die Zahl in diesem Jahr nun schon auf über 8.000 gestiegen.

republica_rpTEN

 

3 Tage re:publica – 3 Tage Ausnahmezustand

Ganz gespannt habe ich mich also am Montagmorgen auf den Weg zur STATION gemacht, die ich natürlich auch noch nicht kannte. Eine sehr coole Location für eine sehr coole Veranstaltung, wie ich festgestellt habe. Und dort habe ich mich dann drei Tage lang aufgehalten, bin von Vortrag zu Vortrag geeilt, habe den Spaß am Twittern entdeckt, mich über die vielen interessanten Informationen und Themen gefreut und mich – zumindest gefühlt – nur von Bratwurst ernährt. Aber Essen war sowieso eher nebensächlich.

Am Montag stand zunächst die Eröffnungsveranstaltung auf dem Plan, die für Neulinge auf jeden Fall sehr interessant war – schon alleine um die Köpfe der re:publica kennen zu lernen. Außerdem habe ich so direkt ein bisschen was über die Geschichte der re:publica erfahren, die seit ihren Anfängen als „Blogger-Klassentreffen“ bezeichnet wird. Eigentlich abwertend gemeint, wurde die Bezeichnung aber schnell von den Veranstaltern und Teilnehmern übernommen und zum Positiven gewandelt.

republica_vortrag

An den drei Tagen habe ich mich hauptsächlich an die Vorträge gehalten, in denen es um irgendeine Form von Medien ging. Am Montagabend habe ich mir allerdings auch den Vortrag The Age of Trotzdem von Sascha Lobo, der immerhin von Anfang an fester Bestandteil der re:publica ist, angehört. In seiner doch recht nachdenklichen Rede ging der „Klassensprecher“ Lobo auf aktuelle Themen und Probleme ein. Mit viel Ironie und guten Anekdoten war der Vortrag nicht nur ein guter Abschluss für den ersten (langen) Tag, sondern auch sehr interessant und informativ.

republica_lobo

Abgesehen von den vielen Vorträgen gab es aber auch einige Messestände zu erkunden. Viel Zeit habe ich mir dafür allerdings nicht genommen, da ich so viele Vorträge hören wollte. Außerdem war ich hin und wieder zu kleinen Pausen gezwungen, um etwas zu essen oder um nach einer (nicht belegten) Steckdose zu suchen. Mein Handy musste an den drei Tagen so einiges mitmachen, denn ohne Twitter ging gar nichts. Ich hätte nie gedacht, dass es mir so einen Spaß machen würde, das Getwitter zur re:publica zu verfolgen und auch selbst mitzutwittern. Doch das gehörte einfach dazu und dass Social Media auf einer Bloggerkonferenz eine große Rolle spielen, ist natürlich klar. Zum Glück gab es eine Steckdosen-Landschaft, auf der man sich niederlassen konnte, um sämtliche Akkus aufzuladen.

republica

Die drei Tage waren definitiv zu schnell vorbei und ich bin wirklich froh, dass es die meisten Vorträge auf YouTube gibt. Den ein oder anderen Vortrag habe ich nämlich leider verpasst (hauptsächlich wegen Überschneidungen) oder – was sogar auch vorgekommen ist – bin nicht mehr rein gekommen, weil der Saal schon zu voll war. Das war natürlich sehr ärgerlich. Aber dank der Aufzeichnungen kann ich mich auch jetzt noch mit den für mich interessanten Themen beschäftigen.

Von den „live“ gehörten Vorträgen fand ich die meisten sehr spannend, so zum Beispiel @heuteplus oder wie wir Journalisten lernen, den Shitstorm zu lieben. Darin haben die Macher des ZDF-Formats über ihre Arbeit geredet und von den Problemen, aber auch den Möglichkeiten erzählt, die durch die Kommunikation mit dem Publikum entstehen.

Auch Netz-Publizisten im Gespräch fand ich sehr interessant, denn – wie der Titel schon sagt – haben die Netz-Publizisten über ihre Veröffentlichungen im Internet geredet, bei denen es sich auch um unterschiedliche Formate handelte und dementsprechend unterschiedliche Herangehensweisen beschrieben wurden.

Neben wirklich sehr informativen Vorträgen gab es allerdings auch einige, die eher zum Nachdenken angeregt, dabei aber auch sehr viel Spaß gemacht haben. So etwa der wirklich coole Vortrag Change the Story, Change the World von Laurie Penny. Hier nur kurz ein Satz aus der Beschreibung von der re:publica-Homepage: „A talk about narrative, being a geek and how nerds can save the world“. Das fasst es schön zusammen und klingt gut, oder? Mir hat ihr Vortrag richtig gut gefallen und er war auf jeden Fall eines meiner Highlights. Damit beende ich nun auch meinen kleinen Beitrag zur re:publica und hoffe, er konnte euch einen Eindruck von diesem Event vermitteln. Oder wart ihr vielleicht selbst dort und kennt das alles? Wenn ja, was hat euch gefallen und was nicht?

Zum Schluss noch mein persönliches Fazit: Es war toll und hat unglaublich Spaß gemacht, es war interessant und informativ und ich möchte beim nächsten Mal auf jeden Fall wieder dabei sein. So und nun noch ein paar Fotos (dann ist aber wirklich Schluss!):

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