Ich dachte ernsthaft, ich könnte mit dem Kauf des Buchs warten – erstaunlich, was sich Menschen manchmal einbilden! Wenige Tage nachdem das Skript zu Harry Potter and the Cursed Child am 31. Juli erschienen ist, wurde mir schon klar, dass das mehr als unrealistisch sein würde. Immerhin habe ich noch eine Woche gewartet und mir das Skript schließlich mit einem Gutschein, den ich zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, geholt. Soviel also zum Thema Geduld – aber hey, immerhin geht es hier ja um Harry Potter! Meine Rezension – wenn man das hier denn so nennen kann – ist übrigens spoilerfrei. Falls es doch noch jemanden geben sollte, der es noch nicht gelesen hat.

 

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Klappentext

„It was always difficult being Harry Potter and it isn’t much easier now that he is an overworked employee of the Ministry of Magic, a husband and father of three school-age children.

While Harry grapples with a past that refuses to stay where it belongs, his youngest son Albus must struggle with the weight of a family legacy he never wanted. As past and present fuse ominously, both father and son learn the uncomfortable truth: sometimes, darkness comes from unexpected places.“

 

 

 

Feels like home again…

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie Harry Potter und der Stein der Weisen mich damals so faszinierte: Ich war in der Grundschule und meine Leseliebe hatte sich schon längst entwickelt, doch mit Harry Potter wurde es dann wohl eher zu einer Lesesucht. Nach so langer Zeit nun endlich einen neuen Teil des Harry Potter-Universums in den Händen zu halten, war schon toll – ein bisschen, wie nach langer Zeit endlich wieder nach Hause zu kommen.

Das Skript habe ich dann fast ohne Pause durchgelesen, obwohl ich mir eigentlich Zeit damit lassen wollte. Doch einmal angefangen, konnte ich einfach nicht mehr aufhören – was schon mal für das Buch spricht. Anschließend habe ich dann auch Rezensionen gelesen und war überrascht, von vielen negativen Meinungen zu hören. Auch deshalb möchte ich gerne meine Meinung dazu abgeben.

Zunächst einmal kann die Skriptform nicht mit einem Roman verglichen werden. Das ist schon mal der größte Fehler, den wohl viele gemacht haben. Der Text ist schließlich fürs Theater gedacht und nicht zum Lesen. Wer es also liest, sollte das bedenken. Ich hab mich sehr gefreut, dass das Stück gedruckt und so jedem zugänglich gemacht wurde – ich bin wohl nicht die einzige, die sich die Reise nach London inklusive Theaterbesuch nicht leisten kann oder will.

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Harry Potter in Skriptform

Aber nun zu der Geschichte: Wirklich toll ist das Wiedersehen mit vielen Figuren aus den Harry Potter-Romanen. In den Szenen wechseln wir nämlich oft zwischen den Handlungen der Erwachsenen und denen der Kinder. Hätte sich die Geschichte nur auf die junge Generation beschränkt, hätte mir wohl etwas gefehlt. Allerdings ist mir Albus als Protagonist unglaublich schnell ans Herz gewachsen und auch die anderen mochte ich sehr gern. Damit hätte ich so schnell wirklich nicht gerechnet.

Außerdem fiel es mir leicht, in die Geschichte hineinzukommen. Obwohl ich immer wieder mal Dramen lese, fällt mir das meist schwer. Umso überraschender war es für mich, dass sich das Skript so gut hat lesen lassen. Ich war sofort in der Geschichte drin und hatte nicht – wie sonst oft – das Problem, mitzukommen und mitzukriegen, wer da gerade mit wem spricht. Das lag hauptsächlich daran, dass ich die meisten Figuren kannte und mir daher immer klar war, wer da mit wem spricht. Kein einziges Mal musste ich das nachschauen. So war die Geschichte gut und flüssig zu lesen.

Dazu haben sogar die Regieanweisungen beigetragen. Normalerweise lese ich die nie wirklich mit, doch bei Harry Potter and the Cursed Child fügen sie sich so gut in den Text, dass sie der Geschichte wirklich zuträglich sind. In den Dramen, die ich bisher gelesen habe (und die alle alt sind), störten mich die Regieanweisungen immer nur, da sie den Lesefluss so unterbrochen haben. Das war im Skript nicht der Fall. Ich kenne mich mit Theater nicht aus und weiß daher nicht, ob das mit den Regieanweisungen heute so üblich ist. Vielleicht wurden sie also auch nur für die Druckversion so formuliert, dass es für die Leser angenehmer ist.

 

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Fazit

Das Skript ist kein Harry Potter 8, aber das will es ja auch gar nicht sein. Alle Harry Potter-Fans, die das berücksichtigen, werden viel Spaß mit der neuen Geschichte haben. Mich hat das Skript mehr gefesselt und berührt als so mancher Roman. Von Anfang bis Ende habe ich mitgefiebert und mich darüber gefreut, ein weiters Mal in die Welt von Harry Potter eintauchen zu dürfen.

 

 

 

 

Harry Potter and the Cursed Child

J. K. Rowling, John Tiffany, Jack Thorne
Genre: Drama
Verlag: Little, Brown (Juli 2016)
330 Seiten (Hardcover)

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