Eigentlich sollte die Review schon längst online sein, doch das Sommersemester beansprucht mich in seinen letzten Zügen noch einmal besonders und so fasse ich mich einfach mal ein wenig kürzer als gewohnt:

Auf diese Fortsetzung habe ich mich gefreut, seit ich wusste, dass es eine geben wird. Die Bücher Alice im Wunderland und Alice hinter den Spiegeln von Lewis Carol habe ich sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch gelesen, habe die Disney-Verfilmung von 1951 geliebt und auch die japanische Anime-Serie aus den 80ern geschaut bis zum Gehtnichtmehr. Die wunderbar-verrückte Welt von Alice fasziniert mich und ich höre/sehe/lese die Geschichten immer wieder gern. Auch die neue Verfilmung von Tim Burton aus dem Jahr 2010 habe ich damals im Kino gesehen und obwohl die Geschichte teilweise stark von der Buchvorlage abweicht, gefiel mir der Film.

Aber zurück zur Fortsetzung von Alice im Wunderland mit einer kurzen Inhaltsangabe:

„Alice Kingsleigh (Mia Wasikowska) hat die letzten Jahre damit zugebracht, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und über die sieben Weltmeere zu segeln. Wieder zurück in London findet sie einen magischen Spiegel und kehrt in die fantastische Welt von Unterland zurück. Dort trifft sie auf alte Bekannte: das Weiße Kaninchen (Michael Sheen), Absolem (Alan Rickman), die Grinsekatze und natürlich den Verrückten Hutmacher (Johnny Depp), der aber nicht mehr er selbst ist – er hat sein Mehrsein verloren. Um ihn zu retten, schickt die Weiße Königin (Anne Hathaway) Alice los, nach der Chronosphäre zu suchen, einer Metallkugel im Inneren der Großen Uhr, von der alle Zeit ausgeht. Auf ihrer Reise in die Vergangenheit trifft Alice auf Freunde – und Feinde – in verschiedenen Stadien ihres Lebens. Es ist ein gefahrenvoller Wettlauf mit der Zeit, um den Verrückten Hutmacher zu retten, bevor sein letztes Stündlein geschlagen hat… im wahrsten Sinne des Wortes!“ (Quelle: Verleiher)

 

Eigentlich keine Buchverfilmung…

…und das ist auch gut so! Wer hätte gedacht, dass ich sowas mal sage ;). Wie erwähnt, hielt sich schon der erste Teil nicht wirklich an die Vorlage, übernahm jedoch viele Elemente und Teile aus dem Buch. Alles wurde nur ein wenig anders in einen Zusammenhang gebracht und mit einer spannenden Geschichte verknüpft (denn die Alice-Bücher sind eigentlich nicht besonders spannend).

In Hinter den Spiegeln wird nun eine ganz neue Geschichte erzählt, was meiner Meinung nach wunderbar gelungen ist. Denn auch hier werden wieder viele Elemente aus den Büchern eingebracht, wie etwa die Figuren, die wir zum Großteil schon aus dem ersten Film kennen. Am besten hat mir allerdings gefallen, dass der Film den ursprünglichen Ton von Lewis Carrolls Original so gut trifft. Die vielen Wortspiele und Wortwitze geben der Fortsetzung den einzigartigen Alice-im-Wunderland-Charakter und insgesamt passt die neue Geschichte wunderbar in die Welt von Alice. Dass mir die Fortsetzung so gut gefallen hat, hat mich ein wenig überrascht und vor allem, dass sie trotz der komplett neuen Geschichte einfach den unvergleichlichen Alice-Charakter beibehält.

Das Thema Zeitreisen wird sehr schön anschaulich dargestellt und die Zeit-Motive sind allgegenwärtig. Auch eine Tee-Party gibt es wieder und dort wird diesmal die Zeit zum Gespött – eine meiner absoluten Lieblingsszenen! Doch auch die Vergänglichkeit und das Altern werden thematisiert ebenso wie Generationskonflikte. Für Kinder ist dieser Teil wohl besser geeignet, da er auf blutige Kämpfe und Gewalt verzichtet. Aber auch mir hat Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln besser gefallen als sein Vorgänger, was schlicht und einfach daran lag, dass er den Ton der Bücher getroffen hat anstatt einfach die Geschichte eins zu eins nachzuerzählen.

Übrigens wurde der Film Alan Rickman gewidmet, der Anfang des Jahres verstorben ist. Die Raupe Absolem, die noch im ersten Teil zum Schmetterling wird, hat auch in der Fortsetzung ein paar kurze Auftritte und wird im Original von Alan Rickman gesprochen.

 

Kino: Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln, www.talesandmemories.de
„We are all mad here.“ – Cheshire Cat

 

Originaltitel: Alice in Wonderland: Through the Looking Glass
Regie: James Bobin
Buch: Linda Woolverton
Cast: Mia Wasikowska, Johnny Depp, Lindsay Duncan, Sacha Baron Cohen, Helena Bonham Carter,
Rhys Ifans, Anne Hathaway, Ed Speelers, Matt Lucas u. a.
Genre: Fantasy
Länge: 113 Minuten
FSK: 6
Produktion: USA 2016

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