Vor Kurzem war ich mal wieder im Kino und habe mir zusammen mit meinem Freund Warcraft: The Beginning angesehen. So richtig Lust darauf hatte ich eigentlich nicht, ein wenig neugierig war ich aber schon. Und ich muss sagen: Mir hat der Film Spaß gemacht und über einen zweiten Teil würde ich mich freuen.

 

Darum geht’s:

In Azeroth, dem Reich der Menschen, herrscht seit vielen Jahren Frieden. Doch urplötzlich sieht sich seine Zivilisation von einer furchteinflößenden Rasse bedroht: Orc-Krieger haben ihre, dem Untergang geweihte, Heimat Draenor verlassen, um sich andernorts eine neue aufzubauen. Als sich ein Portal öffnet, um die beiden Welten miteinander zu verbinden, bricht ein unbarmherziger und erbitterter Krieg um die Vorherrschaft in Azeroth los, der auf beiden Seiten große Opfer fordert.

Die vermeintlichen Gegner ahnen jedoch nicht, dass bald schon eine weitere Bedrohung auftaucht, die beide Völker vernichten könnte. Statt sich zu bekämpfen, müssen sie nun zusammenhalten. Ein Bündnis wird geschlossen und zwei Helden, ein Mensch und ein Orc, machen sich gemeinsam auf den Weg, dem Bösen im Kampf entgegenzutreten – für ihre Familien, ihre Völker und ihre Heimat. (© Universal Pictures)

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© Blizzard Entertainment®

 

Keine leichte Aufgabe

Dass der Regisseur Duncan Jones keine leichte Aufgabe bei der Verfilmung von Warcraft: The Beginning hatte, dürfte jedem klar sein. Zum einen stellen Verfilmungen von Computerspielen an sich schon ein Problem dar, was die vielen mittelmäßigen bis schlechten Filme in dem Bereich zeigen. Zum anderen ist das Warcraft-Universum riesig und die Warcraft-Spiele – allen voran das MMORPG World of Warcraft – sehr beliebt. Wie schafft man es also, aus dem Spiel einen Film zu machen, der sowohl den Fans als auch denjenigen, die nichts über die Welt und ihre Geschichte wissen, Spaß macht? Genau das haben die Macher von Warcraft: The Beginning versucht und – wie ich finde – ist ihnen das in großen Teilen auch gelungen.

 

Zwei Blickwinkel: Die doppelte Menge an Story

Erzählt wird die Geschichte sowohl aus der Perspektive der Menschen als auch aus der der Orcs. So lernt man als Zuschauer beide Seiten kennen und kann sich in beide hineinversetzen. Schwarz-Weiß-Malerei im Sinne von Menschen = gut und Orcs = böse verhindert der Film dadurch, was an sich eine gute Entscheidung der Macher war. Diese unterschiedlichen Blickwinkel auf die Geschichte stellen allerdings auch ein Problem dar, welches der Film hat: Zu viel Story und zu wenig Zeit.

Um beiden Seiten gleichermaßen viel Aufmerksamkeit zu schenken, wechseln die Szenen und Schauplätze schnell und häufig. Wer also noch nichts über Warcraft weiß, bekommt hier in kurzer Zeit sehr viele Informationen, lernt viele Figuren kennen und reist durch eine große, ihm unbekannte Welt. Da heißt es: Gut aufpassen und konzentriert zuschauen. Diejenigen, denen die Geschichte zumindest in Teilen vertraut ist, behalten hier auf jeden Fall leichter den Überblick.

Das heißt nun nicht, dass Warcraft: The Beginning ein Film nur für Fans ist. Die Macher haben es geschafft, den Film auch für Nicht-Kenner interessant und verständlich zu inszenieren. Die komplexe Story, auf der der Film basiert, wurde vereinfacht und teilweise abgeändert. Trotzdem passiert in kurzer Zeit sehr viel, so dass einige Handlungen und Wendungen ein wenig überstürzt und nicht ausreichend motiviert und erklärt wirken. Auch für Dialoge und die Ausarbeitung der vielen Figuren bleibt dementsprechend wenig Zeit. So kommt hier der ein oder andere ein wenig kurz, doch die wichtigsten Figuren werden trotz allem gut aufgebaut und bekommen die nötige Aufmerksamkeit.

Auch wenn sich das nach sehr viel Kritik an der Story anhört, sind es doch eher Kleinigkeiten, die (zumindest mich) gar nicht so sehr stören. Im Großen und Ganzen ist die Story nämlich solide aufgebaut und gut erzählt.

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© Blizzard Entertainment®

 

Spiel-Atmosphäre im Film

Visuell hat Warcraft: The Beginning einiges zu bieten, denn er liefert wunderbare Bilder nicht nur von den Landschaften und Städten, sondern auch von Menschen und Orcs (wobei die Orcs eine ganze Ecke besser wirken). Die Skepsis, die der Trailer sowie der massive Einsatz von CGI im Vorfeld ausgelöst hatte, ist unbegründet. Es mag an der Kinoleinwand liegen, dem 3D oder aber auch daran, dass der Trailer einfach schlecht war, doch Warcraft: The Beginning ist optisch stimmig und es macht Spaß ihn anzusehen.

Durch die Optik, die sich nah am Spiel orientiert, kommt die Spiel-Atmosphäre auch im Film zur Geltung. Unterstützt wird diese Atmosphäre auch von der Musik, die sich an die Themen der Spielreihe hält und den Fans ein ums andere Mal bekannt vorkommen dürfte. Der Film schafft es so, das Spiel-Gefühl einzufangen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Zu guter Letzt noch ein Wort zum Fan-Service: Der Film ist definitiv nicht nur für Fans der Spiele gemacht, sondern kann auch ohne Vorwissen Spaß machen. Doch für die Spieler gibt es viele Details zu entdecken. Mal offensichtlich, mal nur am Rande werden immer wieder Kleinigkeiten aus den Spielen aufgegriffen und sorgen damit garantiert für ein Lächeln bei den Fans. Übertrieben wird es jedoch nicht, wie ich finde, da das meiste wirklich eher subtil eingebaut wurde. Ich habe mich auf jeden Fall sehr darüber gefreut, vieles aus dem Spiel wieder zu erkennen und wurde von Warcraft: The Beginning in das bekannte Spiel-Gefühl hineinversetzt.

Dank des Erfolgs, den der Film in China hat, sieht es mit einer Fortsetzung auch gar nicht mal so schlecht aus. Aber da heißt es nun erst mal: Abwarten. Hoffen kann ich ja trotzdem schon mal, denn ich würde wirklich gerne eine Fortsetzung sehen. Wie sieht das bei euch aus?

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© Universal Pictures

 

Hast du den Film gesehen und wenn ja, wie hat er dir gefallen?
Kennst du dich im Warcraft-Universum aus oder hast du keine Ahnung davon?
An diejenigen, die Warcraft nicht kannten, wie hat euch der Film gefallen?

 

Originaltitel: Warcraft
Regie: Duncan Jones
Buch: Charles Leavitt, Duncan Jones
Cast: Travis Fimmel, Toby Kebbell, Paula Patton, Ben Foster, Dominic Cooper, Ben Schnetzer,
Robert Kazinsky, Clancy Brown, Daniel Wu, Ruth Negga, Anna Galvin, u. a.
Genre: Fantasy, Action
Länge: 123 Minuten
FSK: 12
Produktion: USA 2016

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