Girl on the Train wollte ich eigentlich schon seit Langem lesen, hatte es auch schon auf meinem eReader, doch ständig kamen andere Bücher dazwischen. Nun habe ich das Ende des Semesters – was bei mir auch gleichzeitig das Ende des regelmäßigen Zugfahrens bedeutet – noch genutzt, um das eBook zu lesen. Denn im Zug und generell unterwegs nehme ich doch lieber meinen eReader mit, da er einfach leichter und kleiner ist als die meisten Bücher. So habe ich nun – wie passend – im Zug Girl on the Train gelesen.

 

Klappentext

„Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.

Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse …“(© Blanvalet Verlag)

 

Kurzweilige Unterhaltung

Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus Rachels Perspektive. Seit ihrer Scheidung gerät ihr Leben mehr und mehr aus den Fugen, was nicht zuletzt an ihrem Alkoholproblem liegt. Alles was sie sich wünscht, projiziert sie daher auf das junge Paar „Jess“ und „Jason“. Nach dem Verschwinden von „Jess“, die eigentlich Megan heißt, fühlt sie sich deshalb auch irgendwie selbst betroffen und versucht zu helfen und den Fall aufzuklären. Dabei steht sie sich mehr als einmal selbst im Weg und macht scheinbar alles immer schlimmer.

Zwischendurch gibt es immer wieder Kapitel, die aus der Sicht von Megan erzählt werden. Allerdings spielen diese zeitlich früher, so dass der Leser nach und nach mehr über Megan und die Ereignisse vor ihrem Verschwinden erfährt.

Außerdem spielt auch Rachels Exmann Tom eine Rolle, da Rachel noch immer sehr an ihm hängt und er gemeinsam mit seiner neuen Frau Anna in derselben Straße wohnt wie auch Megan und ihr Mann. So kommt es immer wieder – auch ungewollt – zu Konfrontationen zwischen Rachel und Anna. Einige Kapitel sind aus Annas Sicht geschrieben, so dass der Leser auch sie und Tom besser kennen lernt.

Girl on the Train, www.talesandmemories.de

Die Perspektivenwechsel tragen sehr zur Spannung bei, obwohl die Geschichte insgesamt eher unspektakulär verläuft. Erst zum Ende hin wird es so wirklich spannend und trotzdem konnte ich das Buch nicht gut aus der Hand legen, denn ständig wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Rachel bringt sich immer wieder in einfach unmögliche Situationen und trotzdem konnte ich gut mit ihr mitfühlen. So habe ich mir auch die ganze Zeit über gewünscht, dass es für sie ein gutes Ende nimmt und sie wirklich zur Lösung des Falls beitragen kann.

Auch als Leser stellt man immer wieder Theorien auf, was passiert sein könnte und durch die ständig neuen Informationen, habe ich mehr als einmal meine Meinung geändert. Denn was zu Beginn so simpel erscheint, stellt sich schließlich als wesentlich komplizierter heraus. Genauso verhält es sich auch mit den Figuren – insbesondere Rachel, Megan und Anna. Diese drei sind sehr komplex gezeichnet und besitzen Tiefe, was im Laufe der Geschichte deutlich wird. Die meisten anderen Figuren bleiben allerdings relativ blass, was aber auch damit zusammenhängt, dass aus den Perspektiven der drei Frauen geschrieben wird. Alle drei haben nicht sehr viele Kontakte zu anderen, so dass sich das Ganze auf einen relativ kleinen Personenkreis beschränkt, was der Geschichte jedoch nicht schadet.

Girl on the Train, www.talesandmemories.de

 

Mein Fazit

Girl on the Train ist ein kurzweiliges Lesevergnügen mit einer gewissen Spannung, die unter anderem durch die Perspektivenwechsel erzeugt wird. Wer einen nervenzerreißenden Thriller erwartet, wird allerdings enttäuscht, denn die Spannung in Girl on the Train ist anders. Im Mittelpunkt stehen die drei Frauen, jede mit ihren eigenen Problemen, mit denen sie auf unterschiedliche Weise versuchen fertig zu werden. Spannend und interessant wird Girl on the Train durch Rachel, Megan und Anna, in die man sich als Leser hineinversetzt und mit denen man mitfühlt. Alles in allem ein perfektes Buch für zwischendurch, wenn man leichte und gute Unterhaltung sucht.

 

Girl on the Train

Paula Hawkins
Genre: Thriller
Verlag: Blanvalet Verlag (Juni 2015)
274 Seiten (eBook)

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