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{Book Talk} Unpopular Opinion: Bücher, die mir nicht gefallen haben

5. Juli 2018
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Es gibt Bücher, über die lese ich immer wieder Gutes. Damit meine ich nicht die Bücher, die beim Erscheinen großes Interesse wecken, gefühlt auf jedem zweiten Buchblog positiv besprochen werden und dann mehr oder weniger wieder in der Versenkung verschwinden. Nein, ich meine solche Titel, die zwar schon ein bisschen älter sind, die aber immer mal wieder hier und da auftauchen und empfohlen werden. Bücher, die dadurch über einen längeren Zeitraum mein Interesse wecken, haben bei mir eine gute Chance, dass ich sie lesen werde.

Negative Meinungen lese ich zu solchen Büchern eher selten. Vor allem wenn die positiven Meinungen von Menschen kommen, die auch in der Vergangenheit schon Bücher empfohlen haben, die meinem Geschmack entsprechen. Dass das auch nach hinten losgehen kann, zeigen die folgenden Beispiele – natürlich mit Begründung, warum sie mir nicht gefallen haben. Außerdem handelt es sich bei allen drei Büchern, um allgemein eher beliebte Bücher – so zumindest meine Wahrnehmung.

Die Flüsse von London

Fantasy habe ich eigentlich schon immer gerne gelesen und vor ein paar Jahren hätte ich sogar noch gesagt, es sei mein Lieblingsgenre. Ganz so viel Fantasy lese ich heute zwar nicht mehr, greife aber trotzdem noch regelmäßig zu fantastischen Geschichten. Wer sich ebenfalls in dem Genre auskennt, hat bestimmt schon von dem Titel Die Flüsse von London gehört. Ganz genau, der erste Band dieser sehr beliebten Reihe des britischen Schriftstellers Ben Aaronovitch ist ein Buch, das ich mir hätte sparen können.

Die Flüsse von London

Klappentext: „Peter Grant ist frischgebackener Police Constable, als man ihm einen unerwarteten Karrierevorschlag macht: Er soll Zauberlehrling werden, der erste in England seit fünfzig Jahren. Jetzt muss er sich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin aushandeln, Leichen in Covent Garden ausgraben… Alles ziemlich anstrengend. Und der Papierkram!“ (© dtv)

Die Kombination aus Krimi und Fantasy klingt interessant und witzig. Daher hatte ich mit guter und kurzweiliger Unterhaltung gerechnet, die ich leider nicht bekommen habe. Die Umsetzung und der Schreibstil haben mir überhaupt nicht gefallen. Teilweise war die Geschichte sehr langatmig und es ist einfach nichts passiert; dann wiederum ging alles plötzlich so schnell, dass ich der Handlung nur noch gerade so folgen konnte.

Auch mit dem Protagonisten Peter Grant hatte ich so meine Probleme. Er erzählt die Geschichte aus seiner Sicht und allein, wie er sämtliche Frauen beschreibt, hat auf mich schon extrem unsympathisch gewirkt. Peter ist nicht nur sexistisch, sondern auch kindisch, so dass ich ihn als Polizisten nicht ernst nehmen, geschweige denn Sympathie entwickeln konnte. Im Endeffekt kann ich kaum etwas Positives über das Buch sagen, außer dass die Grundidee eigentlich cool ist. Achja, und das Cover gefällt mir.

Metro 2033

Der zweite Reinfall: Metro 2033. Hierbei handelt es sich um einen postapokalyptischen Roman des russischen Autors Dmitry Glukhovsky.

Metro 2033

Klappentext: „Es ist das Jahr 2033. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Moskau ist eine Geisterstadt, bevölkert von Mutanten und Ungeheuern. Die wenigen verbliebenen Menschen haben sich in das weit verzweigte U-Bahn-Netz der Hauptstadt zurückgezogen und dort die skurrilsten Gesellschaftsformen entwickelt. Sie leben unter ständiger Bedrohung der monströsen Wesen, die versuchen, von oben in die Metro einzudringen … Dies ist die Geschichte des jungen Artjom, der sich auf eine abenteuerliche Reise durch die U-Bahn-Tunnel macht, auf der Suche nach einem geheimnisvollen Objekt, das die Menschheit vor der endgültigen Vernichtung bewahren soll.“ (© Heyne)

Auch hier klingt die Ausgangssituation spannend. Viele Ideen haben mir wirklich gefallen, etwa wie sich in den verschiedenen Stationen Gesellschaften entwickeln. Die Stationen gehen Bündnisse miteinander ein, treiben Handel oder führen Krieg. Das ganze System in der Metro ist ziemlich komplex und interessant.

Ein großes Problem hatte ich allerdings mal wieder mit dem Protagonisten. Artjom ist ein junger Mann, der ständig von allen wie ein kleines Kind behandelt wird. Dass ihm das nicht genauso auf die Nerven gegangen ist wie mir, hat mich sehr gewundert. Teilweise verhält er sich allerdings auch sehr kindisch und naiv, was mindestens genauso genervt hat. Ansonsten bleibt der Charakter extrem blass und mir war vollkommen egal, was mit ihm passiert. Auch eine Charakterentwicklung gibt es nicht. Die anderen Figuren sind oft interessanter als Artjom, verschwinden aber meist sehr schnell wieder.

Die Handlung zieht sich und oft wirkt das Buch wie eine Rohfassung, in der viele Ideen einfach noch nicht vollständig ausgearbeitet sind. Was mir zusätzlich negativ aufgefallen ist: Es kommen fast keine weiblichen Figuren vor. Nur einmal werden die Frau und Tochter eines Mannes erwähnt. Der Protagonist reist durch die halbe Metro und er begegnet keiner einzigen Frau. Das kann doch nicht sein, oder?! Abgesehen davon gibt es noch eine Reihe weiterer unlogischer Aspekte, die mich gestört haben. Die Reihe werde ich sicherlich nie weiterlesen.

Der Nachtzirkus

Aller guten (oder schlechten?) Dinge sind drei: Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern. Dieses Buch habe ich aufgrund von positiven Rezensionen und wegen des schönen Covers gekauft. Aber auch der Klappentext klingt wieder nach einer spannenden und besonderen Geschichte.

Der Nachtzirkus

Klappentext: „Er kommt ohne Ankündigung und hat nur bei Nacht geöffnet: der Cirque des Rêves – Zirkus der Träume. Um ein geheimnisvolles Freudenfeuer herum scharen sich fantastische Zelte, jedes eine Welt für sich, einzigartig und nie gesehen. Doch hinter den Kulissen findet der unerbittliche Wettbewerb zweier verfeindeter Magier statt. Sie bereiten ihre Kinder darauf vor, zu vollenden, was sie selber nie geschafft haben: den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Doch als Celia und Marco einander schließlich begegnen, geschieht, was nicht vorgesehen war: Sie verlieben sich rettungslos ineinander. Von ihren Vätern unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen sie verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht.“ (© Ullstein)

Besonders ist Der Nachtzirkus wirklich. Ich habe bisher kein Buch gelesen, das irgendwie vergleichbar wäre. Trotzdem war es für mich ein Flop. So schön die Idee auch ist, die Umsetzung hat mich leider sehr gelangweilt. Der Fokus liegt auf dem Zirkus, der Wettbewerb wird erst zum Ende hin wirklich wichtig – erst dann erfährt man auch, was eigentlich hinter dem Ganzen steckt.

Bis dahin ist jedoch der Zirkus der eigentliche Protagonist. Es passiert dementsprechend wenig, aber der Zirkus wird immer wieder beschrieben. Sehr ausführlich. Die Autorin schafft damit zwar eine besondere Atmosphäre und lässt den Zirkus wirklich magisch wirken, doch das reicht einfach nicht – es fehlt der Geschichte an Handlung und den Figuren an Tiefe. Meine ausführliche Meinung zum Buch könnt ihr auch noch in meiner Rezension nachlesen.

Bücher, die man sich sparen kann

Es gibt sie zum Glück nur vereinzelt, die Bücher, die ich lieber nicht gelesen hätte. Mittlerweile wähle ich wohl auch noch sorgfältiger aus, denn seit etwa einem Jahr ist mir kein Buch mehr untergekommen, das in diesen Beitrag gepasst hätte.

Was sagt ihr denn zu meiner Auswahl? Habt ihr die Bücher gelesen? Könnt ihr meine Meinung nachvollziehen oder habt ihr das ganz anders wahrgenommen? Und welche Bücher gehören bei euch in die Kategorie „Hätte ich lieber nicht gelesen“? Sind da auch welche dabei, die allgemein eher sehr beliebt sind?

 

  1. Ich habe noch keines der drei Bücher gelesen, finde es aber toll, dass du ganz ehrlich deine Meinung geteilt und auch Kritik geübt hast. Über Metro habe ich in den letzten Wochen aber schon mehr negative Rezensionen gelesen. Das Buch hatte mich von der Prämisse ja auch angesprochen, aber am meisten schreckt mich ab, dass man kaum weibliche Figuren hat. Das will ich nicht unterstützten, denn da würde ich mich auch null repräsentiert fühlen bzw. hätte auch schwer jemanden mit dem man sich identifizieren kann. Entspricht so gar nicht mehr dem was ich im 21. Jahrhundert erwarte.

    Buch Eins und Zwei waren mir bisher unbekannt. Aber sprechen mich nun auch gar nicht unbedingt an.

    1. Über Bücher, die mir nicht so gefallen, schreibe ich so ungern richtige Rezensionen. Trotzdem wollte ich auch mal was über – meiner Meinung nach – schlechte Bücher schreiben (was jetzt nicht heißen soll, dass meine „normalen“ Rezensionen unkritisch sind). Schön, dass dir der Beitrag gefallen hat. :)
      Die Idee von Metro fand ich auch richtig ansprechend, aber die Umsetzung war leider echt nicht so toll. Abgesehen davon, dass sämtliche Vielfalt gefehlt hat, ist es auch extrem unlogisch und unwahrscheinlich, dass keine Frauen (oder auch sonstige Minderheiten) vorkommen. Das Buch spielt schließlich in der Zukunft und hat etwa die 2010er Jahre als Ausgangslage. Innerhalb von 20 Jahren so einen krassen Rückschritt in diversen Bereichen zu erleben, ist einfach nicht logisch. Da hab ich mich zum Schluss richtig drüber aufgeregt. :D

  2. Hey Ann-Kathrin,

    Ich habe von allen drei Büchern schon gehört, aber keines davon gelesen. Das erste Buch habe ich von meiner Halbschwester geschenkt bekommen, weil ich gerne die Serie Fringe gucke. Bei dem Klappentext weiß ich aber ehrlich gesagt gar nicht, was das auch nur entfernt mit der Serie zu tun haben soll, denn zaubern kommt dort gar nicht vor.
    Metro 2033 klingt für mich vom Klappentext her noch am interessantesten. Schade, dass es nicht so wirklich überzeugen konnte, aber bei deiner Begründung kann ich das durchaus verstehen. Schön, dass im letzten Jahr kein Flop mehr dazu kam.

    LG, Moni

    1. Hi Moni,
      ich habe Fringe zwar nie gesehen, aber wüsste jetzt auch nicht, was das Buch mit der Serie zu tun haben soll.
      Bei Metro 2033 hätte ich auch wirklich nicht erwartet, dass es mir so gar nicht gefällt. Die Idee finde ich auch immer noch ziemlich cool, aber die Umsetzung war einfach schlecht. Meine Erwartungen bei den anderen beiden hielten sich sowieso schon in Grenzen, deshalb war ich weniger enttäuscht, dass sie mir nicht gefallen haben.
      Ja ich hoffe, das bleibt auch noch eine Weile so. :)
      Liebe Grüße
      Anka

  3. Hallo Anka!
    Auch wenn ich zwei von diesen drei Büchern selbst gelesen und zB die Flüsse auch bei mir zu einer der Lieblingsserien mutiert ist, finde ich den Beitrag wirklich toll. Es gibt so viele unterschiedliche Auffassungen von Geschriebenem, dass es schade wäre mit seiner Meinung zurückzuhalten, nur weil sie weniger positiv ist. Und zum Glück hattest du ja bereits länger keinen wirklichen Reinfall mehr :)

    Liebe Grüße!
    Gabriela

    1. Hi Gabriela,
      danke für das Kompliment! :) Ja, ich finde auch, dass man sich öfter trauen sollte, negative Meinungen zu veröffentlichen. Solange das Ganze nicht beleidigend wird, lese ich sogar sehr gerne negative Meinungen zu Büchern. Besonders zu Büchern, die allgemein eher sehr beliebt sind.
      Wenn ich wieder mal was gelesen habe, was mir so gar nicht gefallen hat, wird es auf jeden Fall nochmal so einen Beitrag geben. ;)
      Liebe Grüße
      Anka

  4. Wie schön, dass Du im Fazit sagen kannst, dass Du schon lange nicht mehr daneben gegriffen hast. Mir geht es auch so, dass man mit der Zeit ein ganz gutes Gespür dafür entwickelt, was für einen funktioniert und was nicht. Trotzdem gibt es immer wieder Bücher, bei denen der Funke einfach nicht überspringt oder bei denen man sich an Kleinigkeiten aufhängt, die andere gar nicht wahrnehmen, die einem selbst aber den Lesespaß verderben. Und das passiert mir leider auch bei absoluten Bestsellern, von denen alle anderen total hingerissen sind.
    Die drei Bücher, die Du vorgestellt hast, habe ich alle nicht gelesen. Allerdings habe ich eine Livestream-Lesung von Dmitry Glukhovsky zu einem der Metro-Bücher verfolgt und hatte da schon den Eindruck, dass die Passagen, die er gewählt hat, mich so gar nicht packen konnten. Und normalerweise werden zu Lesungen doch Ausschnitte gewählt, die die Leser anlocken und überzeugen. Also war mir klar, dass ich den Autor lieber meide – trotz der vielen begeisterten Stimmen, die ich bis dahin gehört hatte.

    Übrigens finde ich es schön, in einer Sammelrubrik die Bücher aufzulisten, die einem nicht gefallen haben, und auch die Gründe dafür zu nennen. So gibt es keine ausgemachten Verriss-Rezensionen, aber auch negative Meinungen sollten nicht unter den Tisch fallen.

    Liebe #Litnetzwerk-Grüße
    Gabi

    1. Ja, desto mehr man liest, desto besser weiß man mit der Zeit, was einem wahrscheinlich gefallen wird. Dass da trotzdem immer mal Bücher dabei sind, denen man dann doch nichts abgewinnen kann, ist ja auch nicht schlimm.
      Das Buch von Glukhovsky hat mich aber wirklich geärgert, da wärs gut gewesen, wenn ich da auch schon vorher gemerkt hätte, dass der Autor nichts für mich ist. Eine Leseprobe hätte mir das vielleicht erspart. Besonders ärgerlich fand ich dabei auch, dass es so ein langes Buch war und ich damit viel Zeit verschwendet hab. Abbrechen wollte ich es aber auch nicht, weil ich die ganze Zeit dachte, das wird noch…
      Reine Verriss-Rezensionen lese ich zwar ab und zu mal, aber selbst schreiben mag ich die nicht. Meistens hab ich auch keine Lust, so lange Texte über ein Buch zu schreiben, was mir nicht gefallen hat. Daher kam mir die Idee zu dieser Sammlung, ähnlich wie eben normale Kurzrezensionen in einem Sammelbeitrag. Ich finde auch, dass negative Meinungen nicht zurückgehalten werden sollten. Gerade die negativen Meinungen zu Büchern finde ich immer interessant. Und zusammen mit den positiven gibt das ein viel besseres Bild. Wenn ich mal wieder ein paar Bücher gelesen habe, die mir nicht gefallen haben, gibt es auch wieder so einen Beitrag. ;)
      Liebe Grüße
      Anka

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