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Bücherliebe | Rezensionen

Rezension: „Der Hut des Präsidenten“ – Antoine Laurain

11. Februar 2016

Klappentext

„Die große Liebe finden, ein meisterhaftes Parfüm kreieren, der Chef des eigenen Chefs werden: Wer träumt nicht davon, seinem Leben eine neue Richtung zu geben? Und sind Träume nicht reine Kopfsache? Als der Präsident seinen Hut in einer Brasserie vergisst, setzt sein Tischnachbar ihn auf – und schlagartig ändert sich dessen Leben. Doch der Hut wandert weiter von Kopf zu Kopf, um seine ganz besondere Wirkung zu entfalten.“ (© Atlantik Verlag)

Schöne Idee und gute Umsetzung

Die Idee des Buches hat es mir sofort angetan: Ein Hut, der den Menschen dabei hilft, etwas in ihrem Leben zu verändern. Das hört sich nach einer schönen Geschichte an, die positive Gefühle hervorruft. Und genau diese Erwartungen hat der Autor Antoine Laurain mit Der Hut des Präsidenten erfüllt.

Einer spontanen Idee folgend geht Daniel Mercier zum Abendessen in eine Brasserie und kann es kaum glauben, als plötzlich Präsident Mitterand am Tisch nebenan Platz nimmt. Das allein macht diesen Abend für Daniel schon zu etwas Besonderem. Er bleibt schließlich so lange dort, bis der Präsident die Brasserie wieder verlässt. Und auch dann benötigt Daniel noch eine Weile, um das Erlebte zu realisieren. Schließlich entdeckt er den Hut des Präsidenten, den dieser vergessen hat und ohne weiter darüber nachzudenken, nimmt Daniel den Hut mit.

Nun beginnt der Hut seine magischen Kräfte zu entfalten. Er verhilft Daniel zu einer Selbstsicherheit, die sein Leben verändert. Doch nach getaner Arbeit verlässt der Hut seinen neuen Träger und wandert weiter. So lernt der Leser im Verlauf der Geschichte vier sehr unterschiedliche Figuren kennen. Jeder von ihnen hat sein eigenes persönliches Problem und mithilfe des Huts gelingt es ihnen, sich selbst und ihre gegenwärtige Situation zu verändern.

Die vorübergehenden „Hutbesitzer“ sind allesamt sympathisch und obwohl man sie nur eine kurze Weile begleitet, lernt man sie kennen, kann sich in ihre Lage hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Die Sprache trägt sehr schön dazu bei. Sie kommt mit einer Leichtigkeit daher, die gut zu der Geschichte passt und angenehm zu lesen ist. Vor allem die Veränderungen, die der Hut bei seinen Trägern bewirkt, beschreibt der Autor wunderschön.

Einige Aspekte werden im Verlauf der Geschichte auch wieder aufgegriffen, wie etwa die Brasserie zu Beginn der Hut-Reise. Solche kleinen Details finde ich immer sehr schön und es passt so gut zu der Geschichte, die insgesamt an ein Märchen erinnert. Auch auf sprachlicher Ebene gibt es diese kleinen Wiederholungen von einzelnen Formulierungen und Sätzen, was die Geschichte wunderbar abrundet.

„Die wichtigen Ereignisse unseres Lebens sind immer die Folge einer Verkettung winziger Details.“ (Der Hut des Präsidenten, Antoine Laurain)

 

Fazit

Der Hut des Präsidenten ist ein wunderschönes modernes Märchen. Leicht geschrieben regt es dennoch zum Nachdenken an und zeigt, wie das Leben oft von kleinen, unwichtig erscheinenden Entscheidungen beeinflusst wird.

„Manchmal führt uns das Leben auf neue Wege, man hat eine Abzweigung genommen, ohne es zu merken, der große Navigator des Schicksals ist nicht der vorgesehenen Route gefolgt, und kein Schild hat uns vor dem Punkt gewarnt, an dem es kein Zurück mehr gibt.“ (Der Hut des Präsidenten, Antoine Laurain)

 

Schon der Anfang der Geschichte hat mir gefallen, doch zum Ende hin wurde das Buch noch besser. Die letzte Verwandlung wurde nicht nur eindrucksvoll beschrieben, sondern sie erschien mir auch noch grundlegender als die vorherigen. Insgesamt passen Inhalt und Sprache in Der Hut des Präsidenten einfach sehr gut zusammen und alles wirkt stimmig. Antoine Laurain hat mit diesem Buch genau meine Erwartungen erfüllt und vielleicht greife ich nun öfter mal zu einem französischen Roman. Empfehlen kann ich das Buch jedem, der sich für eine leichte und doch nachdenklich stimmende, französische Geschichte begeistern kann. Und die, die das noch nicht können, sollten es einfach mal ausprobieren.

Der Hut des Präsidenten

Antoine Laurain
Genre: Roman
Verlag: Atlantik Verlag (Januar 2016)
240 Seiten (Hardcover)

 

  1. Du machst mich richtig Neugierig auf den Roman. Habe es erst vor kurzem noch in der Hand gehalten, doch war es mir leider zu teuer. Mal sehen, ob ich nicht doch bald zuschlage, denn deine ist schon die zweite sehr positive Rezension. Habe gerade noch Der kleinste Kuss der Welt gelesen, auch ein französischer Roman, den ich sehr empfehlen kann!

    1. Ich bin durch einige positive Rezensionen überhaupt erst auf das Buch aufmerksam geworden. Gekauft hätte ich es wahrscheinlich eher nicht, da es mir auch ein wenig zu teuer war. Aber ich hatte Glück und habs bei Lovelybooks gewonnen und kann es auf jeden Fall empfehlen.

      Deine Rezension zu „Der kleinste Kuss der Welt“ hört sich ja auch gut an. Cover und Titel finde ich da überhaupt nicht ansprechend, aber der Inhalt hört sich richtig gut an. Das Buch merk ich mir auf jeden Fall mal. Mit „Der Hut des Präsidenten“ hab ich, glaub ich, französische Romane für mich entdeckt ;).

      1. Habe mir den Roman jetzt doch mal gekauft, auch wenn es mir mein Geldbeutel nicht dankt. Ich bin zu neugierig auf das Buch! :) Was die Vorliebe für französischen Romane angeht, kann ich dir nur zustimmen! Irgendwie haben die doch etwas grazil-zauberhaftes an sich. Mal sehen, ob sich dieser Eindruck auf Dauer bestätigt. :D

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