Heute stelle ich euch wieder ein Buch – genauer gesagt ein eBook – vor, das ich auf vorablesen.de gewonnen habe und echt gut fand. Wie es scheint, habe ich im Moment echt Glück :-)

 

Inhalt

Rachel und Patty leben mit ihren Eltern in Marin County, Kalifornien, in der Nähe von San Francisco. Der Vater, Anthony Torricelli, arbeitet als Polizist bei der Mordkommission und kommt oft erst spät nach Hause. Die Mutter ist den ganzen Tag mit den zwei kleinen Kindern alleine. Sie weiß, dass ihr Mann sie betrügt und obwohl sie das fertig macht, trennt sie sich nicht von ihm. Ihre oft depressive Stimmung bleibt den Schwestern nicht verborgen, doch kennen sie den Grund dafür nicht. Rachel und Patty vergöttern ihren Vater – auch dann noch als er die Familie schließlich verlässt. Während die fragile und depressive Mutter nun als Schreibkraft arbeitet, sind die beiden Mädchen – mehr noch als zuvor – sich selbst überlassen. Und dann geschieht etwas, das nicht nur ihre Kindheit beeinflusst, sondern auch Auswirkungen auf ihr späteres Leben hat: Im Sommer 1979 beginnt ein Serienmörder in der Gegend junge Frauen umzubringen. Anthony Torricelli erhält die Leitung in diesem Fall und seine Töchter wollen ihm dabei behilflich sein, den Mörder zu fassen. Sie sehen in ihrem Vater einen Helden – und den sollen auch alle anderen in ihm sehen.

 

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Schreibstil

Rachel, die ältere der beiden Schwestern, beschreibt rückblickend die Erlebnisse ihrer Kindheit. Dabei handelt es sich um einzelne Erinnerungen, die nicht unbedingt chronologisch, sondern eher aneinandergereiht und für sich stehend erzählt werden. Je älter die Erinnerungen sind, desto bruchstückhafter ist die Erzählung und je älter Rachel wird, desto zusammenhängender wird die Geschichte. Insgesamt folgt die Erzählung aber einem roten Faden, der sich von ihrer frühesten Kindheit bis hin zur Gegenwart erstreckt. Einige Tatsachen werden häufiger erwähnt, auf manche Ereignisse geht sie ein zweites Mal ein oder verweist auf eine zuvor geschilderte Begebenheit zurück. Der Stil vermittelt glaubhaft den Eindruck, dass sich die Protagonistin an ihre lang vergangene Kindheit zurückerinnert.

 

Fazit

Das eigentliche Thema im Buch ist die Liebe der Schwestern zueinander. Und das ist nicht langweilig, sondern sehr schön und tiefsinnig. Rachel beschreibt ihre enge Beziehung zu ihrer Schwester und wie die beiden, die außer einander niemanden hatten, eine etwas ungewöhnliche aber schöne Kindheit miteinander verbracht haben. Die familiären Probleme und schließlich natürlich die Morde machen die Geschichte interessant und bringen Spannung hinein. Einen Krimi darf man allerdings nicht erwarten – ist ja auch keiner. Ich konnte mich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzen. Vieles von dem, was sie beschreibt, kam mir aus meiner eigenen Kindheit bekannt vor – vor allem die Gedanken und Gefühle. Ich finde, der Schreibstil macht in diesem Roman einfach sehr viel aus. Wäre dieser nicht so unglaublich passend und gefühlvoll, wäre das Buch nur halb so gut. So ist es aber ein wunderschöner Roman, den ich gerne gelesen habe.

 

Gute Töchter

Joyce Maynard
Verlag: HarperCollins-Verlag (Oktober 2015)
320 Seiten (eBook)

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