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„Tropfen der Ewigkeit“ – Eva-Maria Obermann

21. September 2018
Eva-Maria Obermann_Tropfen der Ewigkeit

Das Märchen Rapunzel kennt wohl jeder. Bei Tropfen der Ewigkeit handelt es sich um eine Adaption dieses Märchens, das in einem Steampunk-Setting spielt. Die Prämisse klingt interessant, weshalb ich es gerne lesen wollte. Ob es überzeugen konnte, erfahrt ihr jetzt.

Inhalt

Valeria lebt ein behütetes Leben unter den wachsamen Augen ihrer Mutter, der berühmten Ärztin und Erfinderin Stella Asterida, bis beide in einer Nacht und Nebelaktion im Ätherschiff fliehen müssen. Im neuen Heim darf sie ihr Turmzimmer kaum noch verlassen. Valeria ist einem Geheimnis auf der Spur in dessen Zentrum sie selbst und die grausame Geschichte um ihren Vater – der Drache, der keiner ist – stehen. Dabei kann sie niemandem vertrauen. Nicht Stella, die für ihren größten Traum zu allem bereit ist. Nicht Minna, ihrer stummen Freundin, die selbst in Anschläge auf Valeria verwickelt zu sein scheint. Nicht einmal sich selbst. Valeria muss eine folgenschwere Entscheidung treffen, um sich nicht selbst zu verlieren.

Rapunzel mal anders: In „Tropfen der Ewigkeit“ lässt Eva-Maria Obermann Rapunzel im Steampunk-Milieu auferstehen. Der Klassiker aus der grimmschen Märchensammlung wird zum spannenden Kampf um Wahrheit und Selbstbestimmung. (© Märchenspinnerei)

Langsamer Einstieg

Valeria, die Protagonistin, erzählt die Geschichte aus ihrer Perspektive. Sie ist 16 Jahre alt und hat fast noch nichts von der Welt gesehen, denn sie darf das Anwesen, in dem sie aufwächst, nicht verlassen. So behütet Valeria aufwächst, so unwissend und naiv ist sie auch. Als sie schließlich ihr Turmzimmer kaum noch verlassen darf und von ihrer Mutter keinerlei Antworten auf ihre Fragen bekommt, beginnt sie an allem zu zweifeln, was sie bisher für selbstverständlich hielt.

Die Geschichte beginnt völlig unvermittelt, während Valeria ihren Gedanken nachhängt. So lernt man die Protagonistin und ihre Lebensumstände erst nach und nach kennen und ist zu Beginn genauso unwissend wie die Ich-Erzählerin. Schnell ist jedoch klar, dass Valerias Mutter und sogar Valerias Freundin Minna Geheimnisse vor ihr haben. Damit ist nicht nur die Neugier der Protagonistin geweckt, sondern auch die der Leser*innen.

Der Anfang ist etwas schleppend, da Valeria einen streng geregelten und eintönigen Tagesablauf hat. Außer Minna hat sie niemanden, mit dem sie reden kann, und diese verschließt sich ihr gegenüber immer mehr. So werden zu Beginn vor allem die Gedanken und Gefühle der Protagonistin ausführlich beschrieben. Ihre Einsamkeit, Unsicherheit und Unwissenheit werden anschaulich dargestellt.

Spannende Entwicklung

Der Einstieg in die Geschichte ist zwar ruhig und langsam, deswegen jedoch nicht langweilig. Als Leser*in lernt man die Protagonistin wirklich gut kennen und das ist für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig. Die Valerias Entwicklung wird dadurch nämlich sehr schön gezeigt. Insgesamt ist Valeria eine interessante und gut gezeichnete Protagonistin, die eine wirklich glaubwürdige Entwicklung durchmacht. Sie handelt logisch und ihrem Charakter entsprechend, so dass man einfach mit ihr mitfiebern muss.

Durch die Ich-Perspektive liegt der Fokus zwar auf Valeria, doch auch die anderen Figuren sind interessant und ansprechend gezeichnet. Vor allem Valerias Beziehung zu ihnen wird schön dargestellt und verändert sich auch im Laufe der Geschichte. Über die ein oder andere Figur hätte ich trotzdem gerne mehr erfahren. Da man als Leser*in auf dem gleichen Wissenstand wie die Protagonistin ist, ist es allerdings nur logisch, dass man nicht mehr erfährt.

Die Geschichte beginnt zwar relativ ruhig, wird dann aber sehr spannend. Das Erzähltempo steigt und langsam, aber stetig wächst auch die Spannung. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, so dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Was besonders auch zum Ende hin interessant wird, ist das Setting. Die Steampunk-Elemente sind zwar von Anfang an Teil der Geschichte, werden im Verlauf der Handlung aber immer präsenter und somit auch interessanter. Gerne hätte ich noch mehr über die Welt erfahren, in der Valeria lebt. Das, was man ich Buch nämlich kennenlernt, war leider nur ein kleiner Teil.

Tropfen der Ewigkeit

Tropfen der Ewigkeit von Eva-Maria Obermann ist eine spannende und schöne Märchenadaption. Protagonistin Valeria erzählt die Geschichte aus ihrer Perspektive. Dadurch wird ihre Entwicklung interessant und glaubwürdig dargestellt. Die anderen Figuren sind ebenfalls gut gezeichnet, auch wenn ich hier teilweise gern mehr erfahren hätte. Die Handlung wird stetig spannender und temporeicher, so dass man das Buch gegen Ende nicht mehr aus der Hand legen kann. Das Steampunk-Setting ist stimmig und hat mir besonders gut gefallen.

Tropfen der EwigkeitTitel: Tropfen der Ewigkeit

Autorin: Eva-Maria Obermann
Verlag: Märchenspinnerei
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Märchenadaption, Steampunk, Young Adult

Seiten: 260
Format: Print, eBook
Übersetzung: –
Originaltitel: –

 

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