Da ich in den letzten Wochen oder eigentlich sogar Monaten einiges gelesen, aber kaum etwas darüber geschrieben habe – ihr erinnert euch? Masterarbeit und so – , gibt es nun Kurzrezensionen. Ich habe bisher sowieso nur eine eher geringe Anzahl an Büchern, die ich gelesen habe, rezensiert. Immer wieder habe ich mir vorgenommen mehr Rezensionen zu schreiben, doch das schaffe ich zeitlich einfach nie und wenn es dann zu lange dauert, weiß ich entweder nicht mehr, was ich schreiben wollte oder habe einfach keine Lust mehr, mich nochmal mit dem Buch zu beschäftigen. Deshalb habe ich mir nun vorgenommen, immer mal wieder Kurzrezensionen zu schreiben. So kann ich euch mehr Bücher vorstellen und es wird ein wenig abwechslungsreicher. Ich hoffe nur, ich schaffe es auch wirklich mich dabei einigermaßen kurz halten…

 

Das Erwachen des Feuers

Hierbei handelt es sich um den ersten Band der Reihe Draconis Memoria, die sehr vielversprechend klingt. Für mich war es außerdem das erste Buch des Autors Anthony Ryan und ich war sehr gespannt auf die Geschichte.

Das Setting hat mir wirklich gut gefallen, denn es handelt sich ausnahmsweise einmal nicht um das typische, mittelalterliche Setting, das man aus so vielen Fantasy-Romanen kennt. Nicht dass ich das schlecht finden würde, aber es macht doch mal Spaß, etwas anderes zu lesen. Technische und magische Elemente sind gleichermaßen Teil dieser Welt und wer Steampunk und Drachen mag, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse.

Es gibt drei Handlungsstränge, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter miteinander verbinden. Dadurch lernt man die komplex gestaltete Welt aus verschiedenen Blickwinkeln kennen und findet sehr schnell in die Geschichte. Während ich zwei der drei Handlungsstränge relativ spannend fand, zog sich der dritte leider immer wieder, was auch einer meiner Kritikpunkte ist. Ein weiterer sind die Protagonisten. Während ich Lizanne noch vielschichtig und interessant fand, waren mir Clay und Hilemore doch ein wenig zu stereotypisch.

Insgesamt hat mir die Gestaltung der Welt ziemlich gut gefallen – lediglich die Drachen hätten etwas präsenter sein können, da sie eigentlich das Kernelement der Geschichte darstellen. Die Handlung war – abgesehen von ein paar Längen – interessant und spannend. Die meisten Probleme hatte ich mit den Figuren, die teilweise sehr klischeehaft dargestellt wurden. Also: coole Welt, coole Ideen, aber die Umsetzung hätte an der ein oder anderen Stelle besser sein können.

Klappentext

Im riesigen Gebiet von Mandinorien gilt Drachenblut als das wertvollste Gut. Rote, grüne, blaue und schwarze Drachen werden gejagt, um an ihr Blut zu kommen. Das daraus gewonnene Elixier verleiht den wenigen Gesegneten übernatürliche Kräfte. Doch das letzte Zeitalter der Drachen neigt sich seinem Ende zu.

Kaum jemand kennt die Wahrheit: Die Drachen werden immer weniger und schwächer. Sollten sie aussterben, wäre ein Krieg Mandinoriens mit dem benachbarten Corvantinischen Kaiserreich unausweichlich. Alle Hoffnung des Drachenblut-Syndikats beruht auf einem Gerücht, nach dem es eine weitere Drachenart gibt, die weitaus mächtiger ist als alle anderen. Claydon Torcreek, ein Dieb und unregistrierter Blutgesegneter, wird von der obersten Herrschergilde in das wilde, unerforschte Inland geschickt, um einem Geschöpf nachzuspüren, das er selbst für reine Legende hält: dem weißen Drachen. (© Klett-Cotta)

 

Titel: Das Erwachen des Feuers

Autor: Anthony Ryan
Verlag: Hobbit Presse Klett-Cotta
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Fantasy

Seiten: 725 Seiten
Format: Hardcover
Übersetzung: Birgit Maria Pfaffinger und Sara Riffel
Originaltitel: The Waking Fire

Reihe: Draconis Memoria 1

 

 

 

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten

Eher zufällig bin ich über diesen Science Fiction-Roman gestolpert und habe ihn auch nur gekauft, weil er als eBook gerade sehr günstig und ich in der Stimmung für dieses Genre war. Hier und da hatte ich mal positive Stimmen gehört, so dass ich selbst einmal schauen wollte, was sich hinter diesem doch eher außergewöhnlichen Titel verbirgt. Und ich muss sagen: Dieses Buch verdient mehr Aufmerksamkeit!

Handlung und Setting haben mir schon gut gefallen, denn auf der langen Reise passiert so einiges und man lernt die Welt – oder besser gesagt, das Universum – kennen, in der so viele, verschiedene Spezies auf so unterschiedliche Art und Weise leben. So richtig begeistert haben mich allerdings die Figuren, die so vielfältig und vielschichtig sind. Die Crew der Wayfarer habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Die Autorin Becky Chambers hat hier bei der Figurenzeichnung ganze Arbeit geleistet, denn jeder hat einen unverwechselbaren Charakter und ist auf seine eigene Weise besonders.

Obwohl die verschiedenen Spezies meist friedlich miteinander leben, gibt es doch auch Konfliktpotenzial. Vorurteile und Intoleranz sind in der sehr offenen Gesellschaft nicht vollständig verschwunden und so finden sich in dieser Science Fiction-Erzählung auch sehr alltäglich-weltliche Probleme wieder. Gerade hier regt das Buch zum Nachdenken an und hält auch mal den Spiegel vor, so dass man seine eigenen voreingenommenen Haltungen hinterfragt.

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten ist eine wunderbare Space Opera mit Wohlfühl-Faktor. Trotzdem ist es keine seichte Geschichte, denn die vorhandenen Probleme und Konflikte sind durchaus aktuell. Wer Lust auf vielfältige Science Fiction hat, macht hier absolut nichts falsch. Aber auch allen anderen kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen.

Klappentext

 

Als die junge Marsianerin Rosemary Harper auf der Wayfarer anheuert, wird sie von äußerst gemischten Gefühlen heimgesucht – der ramponierte Raumkreuzer hat schon bessere Zeiten gesehen, und der Job scheint reine Routine: Wurmlöcher durchs Weltall zu bohren, um Verbindungswege zwischen weit entfernten Galaxien anzulegen, ist auf den ersten Blick alles andere als glamourös. 
Die Crewmitglieder, mit denen sie nun auf engstem Raum zusammenlebt, gehören den unterschiedlichsten galaktischen Spezies an. Da gibt es die Pilotin Sissix, ein freundliches und polyamoröses reptilienähnliches Wesen, den Mechaniker Jenks, der in die KI des Raumschiffs verliebt ist, und den weisen und gütigen Dr. Chef, der einer aussterbenden Spezies angehört. 
Doch dann nimmt Kapitän Ashby den ebenso profitablen wie riskanten Auftrag an, einen Raumtunnel zu einem weit entfernten Planeten anzulegen, auf dem die kriegerische Rasse der Toremi lebt. Für Rosemary verwandelt sich die Flucht vor der eigenen Vergangenheit in das größte Abenteuer ihres Lebens. (© Fischer Tor)

 

Titel: Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten

Autor: Becky Chambers
Verlag: Fischer Tor
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Science Fiction

Seiten: 544 Seiten
Format: Taschenbuch
Übersetzung: Karin Will
Originaltitel: The Long Way to a Small, Angry Planet

Reihe: Wayfarers 1

 

 

 

Die neun Prinzen von Amber

Es handelt sich hierbei um den ersten Band der insgesamt zehnbändigen Reihe Die Chroniken von Amber von Roger Zelazny. Die ersten fünf Bände erschienen ursprünglich in den 1970er Jahren, der zweite Zyklus dann in den 80ern. Nun wurden die ersten fünf Bände neu aufgelegt. Ich hatte noch nie von der Reihe gehört und habe den ersten Band ohne vorheriges Wissen und große Erwartungen gelesen.

Der Anfang hat mir richtig gut gefallen, denn man steigt direkt in die Geschichte ein und wird zunächst im Dunkeln gelassen, worum es eigentlich geht. Für meinen Geschmack wurde es dann leider zu schnell aufgelöst und genauso schnell, wie viele Fragen beantwortet wurden, entwickelte sich dann auch die Handlung. Sehr gradlinig geht es voran und ich hätte mir doch hin und wieder ausführlichere Beschreibungen und Erklärungen gewünscht. Zwar ist alles logisch und verständlich, doch so schnell wie man in der Geschichte drin ist, ist man auch schon wieder fertig mit ihr. Liest man mehrere Titel der Reihe hintereinander, fällt dies vielleicht weniger negativ auf.

Die Idee fand ich spannend, die Umsetzung hat mir jedoch nicht so gut gefallen. Auch die Figuren bleiben nämlich in diesem ersten Band eher blass und langweilig und Vielfalt sucht man ebenfalls vergeblich, denn die Prinzen ähneln sich doch sehr. Es handelt sich außerdem um eine von Männern dominierte Welt, in der die Frauen lediglich Gehilfinnen sein können und gerade in diesen Beziehungen wird deutlich, dass diese Reihe schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat. So würde sich Fantasy heute vermutlich eher schlecht verkaufen.

Insgesamt muss ich also sagen: Coole Idee und eine Welt, die durchaus Potenzial hat, doch die Handlung entwickelt sich zu schnell und unkompliziert und die Figuren sind relativ eindimensional. Meinen Geschmack hat es nicht getroffen und auch wenn das Ende viele Fragen aufwirft und Interesse am weiteren Verlauf weckt, werde ich die Reihe wahrscheinlich nicht weiterlesen.

Klappentext

 

Nach einem Autounfall wacht Corwin, seiner Erinnerungen beraubt, in einer obskuren Klinik im Staate New York auf – er ist auf der Erde gestrandet, die zu den Schattenwelten gehört. Schnell findet Corwin heraus, dass er Teil der großen Königsfamilie von Amber ist, und er unternimmt alles, um in sein Reich zurückzukehren und seinen Bruder Eric vom Thron zu stürzen. (© Klett-Cotta)

 

Titel: Die neun Prinzen von Amber

Autor: Roger Zelazny
Verlag: Hobbit Presse Klett-Cotta
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Fantasy

Seiten: 268 Seiten
Format: Taschenbuch
Übersetzung: Thomas Schlück
Originaltitel: Nine Princes in Amber

Reihe: Die Chroniken von Amber 1

 

 

 
 
Kennt ihr eines der Bücher? Oder habe ich vielleicht euer Interesse an einem der Titel wecken können?
 

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